16. Projekt: Jamhuryat Wirtschaftsgymnasium Solare Küche (erste Dampfanlage in Afghanistan)
Projektbezeichnung |
Solare Küche für 700 Schülerinnen |
Projektort |
Kabul, Afghanistan |
Projektpartner |
Zonta Club Bad Säckingen / Förderverein Amani (FAOK) / Solare Brücke |
Projektstatus |
laufend |
Projektbeschreibung (24.08.2009)
Diese Anlage wird in Afghanistan durch Afghanen für afghanische Mädchen gebaut. Einen umfassenden Bericht finden Sie unter Jamhuriat Projekt (PDF)
1. Projektvorbereitung:
Entwurf:
Die Anlage wurde nach den unten aufgelisteten Annahmen entworfen. Eine statische Nachberechnung wurde durchgeführt. Da es hier gilt besonders die Sicherheit von Menschen zu garantieren, -der Esssaal liegt unter dem Stahlgerüst-, musste das Gerüst so konzipiert werden, dass es extremen Belastungen standhalten kann.
Annahmen:
- Windlast:
Es wurde mit einer Windgeschwindigkeit von 45m/sec.als Basis gerechnet
Windlast: Es gibt zwei Fälle mit maximaler Windlast.
a) Wind direkt aus Nord- oder Südrichtung, der dann voll auf die 10m² Fläche jedes Reflektors trifft;
Flächenschwerpunkt: Höhe über dem Niveau der 4 Fundament Schrauben: 2,05m , Position in der Draufsicht: 0,51m vor der südlichsten Fundamentschraube
b) Wind bei 60° von Süden abweichend: wie a) nur Windrichtung abweichend und schwächer als a)
- Spiegelqualität:
Der Referenzspiegel aus Klarglas hat eine 94% Reflexion (Herstellerangaben), damit kommen wir zu folgendem Ergebnis: Referenzspiegel, Klarglas: 94 %
3mm normaler Glasspiegel (gekauft in BRD) 78%, 3mm Glasspiegel, Kabul, alte Charge 65% 3mm Glasspiegel, Kabul, neue Charge 63%
100% ist wenn das gesamte Sonnenlicht, auf den Spiegel fällt. Die Prozentzahl gibt an wieviel davon vom Spiegel reflektiert wird.
Man sieht also, dass wir in Kabul sehr schlechte Spiegel haben. Wenn wir noch einen Abzug von 5 % für Staub etc. annehmen, dann liegen wir bei nur 60% bzw. 58% der Reflexion.
Anmerkung: normale 3mm Glasspiegel varieren nach unserer Erfahrung zwischen 75% und 84%, je nach Hersteller und Charge. Die Frage stellt sich ob man die Spiegel aus der BRD einführen sollte.
- Schneelast:
In den 3 Wintermonaten (Dez,- Feb.) kann es zu starkem Schneefall kommen, bei Matschschnee kann dadurch jeder Reflektor im unteren Bereich mit ca. 50 Kg/qm belastet werden.
Konstruktion
Die Anlage wurde mit einem speziellen CAD (Computer Aided Design) Programm drei deminsional konstruiert, die Stücklisten erstellt und die Detailzeichnungen gefertigt.
Berechnungen
Die statischen Berechnungen wurden durchgeführt. Den Schwachstellen wurde bei dem Stahlgerüst Rechnung getragen und entsprechend angepasst. Die Stücklisten sind korrigiert worden. Die Zeichnungen sind für die Produktion freigegeben.
Die Zustimmung des afghanischen Partners für diese Konstruktion liegt auch vor.
2. Projektdurchführung:
2.1. Gestell (Stahlkonstruktion):
- Materialbeschaffung:
Das ganze Material wurde gemäß der freigegebenen Konstruktion in Kabul beschaffen und für die Produktion zur Verfügung gestellt. Es ist so konzipiert, dass das Stahlgerüst für die Reflektoren in der Werkstatt modular zusammen geschweißt wird und dann vor Ort zusammenmontiert wird. So hat man einen leichteren Transport und einfachere Montage auf dem Dach.
- Produktion:
Die einzelnen Träger sind bereits modular zusammengeschweißt und lackiert. Die Pfosten sind ebenso vorgeschweist und lackiert. Alle Teile der Stahlkonstruktion sind zum Jamhuryat Gymnasyium transportiert worden.
-
Montage:
Als Erstes wurden die Fundamente für die insgesamt 8 Pfosten ausgehoben. Die Fundamente sind bereits betoniert. Anschließend sind die Pfosten angeschraubt worden. Mit der Montage der Träger wurde auch begonnen und sie werden in den nächsten 3 Monaten soweit zusammengebaut, daß man die Ständer der Reflektoren anbringen kann.
2.2. Bau von Reflektoren
- Materialbeschaffung:
Die Materialbeschaffung für die 12 Reflektoren ist schon geschehen, die Reflektoren werden in der Werkstatt der Firma „Afghan Renewable Energy Center“ in Kabul hergestellt. Wir legen großen Wert drauf, dass die Produktion soweit wie möglich in Afghanistan durch afghanisches ausgebildetes Personal geschieht. So kann man Arbeitsplätze beschaffen und Know how transferieren. Die Ständer für die Reflektoren sind schon fertiggestellt und nach Jamhuryat transportiert worden und sind Montage bereit.
- Produktion von Reflektoren:
Mit der Produktion der Reflektoren ist bereits begonnen worden. Voraussichtlich werden alle 12 Reflektoren in den nächsten 6 Monaten komplett fertiggestellt. - Transport von Reflektoren:
Dieser wird anschließend geschehen - Montage von Reflektoren:
Wird ebenso anschließend montiert
2.3. Montage der Dampfanlage (Leitungen, Receivers, Armaturen...)
Da wir in Afghanisten noch keine Teile für eine Dampfanlage, wie Rohrleitungen, Krümmer (Rohre mit Winkeln), Armaturen, Meßuhren etc. bekommen können, wurden im Januar 2009 alle diese Teile in Indien gekauft und gelagert .
Die doppelwandigen Töpfe aus lebensechtem (für Lebensmittel zugelassem) Edelstahl, die speziel für unseren Bedarf angepasst sind, sind in Indien mit einem Hersteller, mit dem wir langjährige Erfahrungen haben, auch im Januar 2009, gemeinsam konstruiert und für die Fertigstellung freigegeben worden. Die 200 Liter Töpfe (wir brauchen 3 Töpfe) sind bereits hergestellt und müssen noch abgenommen werden.
Frau Heike Hoedt, von der „SOLAREN BRÜCKE“ , muß diese noch auf Funktionalität prüfen und dann den Transport nach Afghanistan freigeben. Dies ist nötig, da in Afghanistan noch keine Firma existiert, die diese bei eventuellen Produktionsfehlern ändern könnte. Im Dezember 2009 müssen wir noch weitere benötigte Teile in Indien beschaffen und den Transport aus Indien nach Afghanistan organisieren.
2.4. Montage der Küche und Küchenzubehör
noch nicht angefangen
2.5. Inbetriebnahme
Wird voraussichtlich im 2.Quartal 2010 möglich sein
2.6. Ausbildung von Köchen
Zur selben Zeit, sobald die Betriebnahme anläuft