20. Projekt: Ausbildung von 2 Jugendlichen von Watt fair


Projektbezeichnung

Produktionsbezogene und solarorientierte Berufsausbildung mit Perspektive auf Selbständigkeit.

Projektort

Kabul und Wardak

Projektpartner

Watt fair for Peace GmbH

Projektstatus

laufend



Projektbeschreibung


Die Stromversorgung Afghanistans beruht auf einer Reihe isolierter Teilnetze und technisch veralteter, stark beschädigter, und nicht gewarteter Kraftwerke mit Konzentration auf die Großstädte Kabul, Jalalabad, Mazar-e-Scharif und Kandahar. Für private Stromerzeuger fehlen attraktive Zugangsregelungen und angemessene Stromgebühren.

Die afghanischen Familien, die in weit auseinander liegenden Dörfern oder gar im Gebirge leben, bleiben weiterhin vom Stromnetz abgeschnitten und müssen sich anderer Lichtquellen, wie Kerzen oder gefährlicher und veralteter Öllampen bedienen.

Aufgrund der geographischen Bedingungen (Wüsten, schwer zugängliches Gebirge) ist eine allgemeine zentrale Stromversorgung in Afghanistan nicht möglich.

Die Sonne scheint reichlich, und in vielen Gegenden weht ein kräftiger Wind. Der ABS e.V., der hauptsächlich im dörflichen Bereich arbeitet, unterstützt alle Bemühungen, die mit dem Einsatz regenerativer Energien die Lage der Bevölkerung verbessern. Über ABS e.V. besteht eine enge Kooperation mit anderen Vereinen, die sich auf die Förderung regenerativer Energie spezialisiert haben.

Die ABS-Werksätten in Bedmoschk und Kabul produzieren zur Zeit kleine Windräder (Wind-generatoren) zum Aufladen der Batterien, die als Inselstromversorgung in den windigen Gebieten Afghanistans die Stromversorgung für kleine Haushalte sichern. Die Flügel dieser Windgeneratoren werden auch in Bedmoschk aus faserverstärktem Kunststoff (FVK) produ-ziert. Das Rohmaterial, wie Gewebe und Laminierharze, werden aus Deutschland importiert. Es sind bis jetzt bereits Hunderte solcher Windräder in afghanischen Dörfern im Ein-satz.

Die Erfahrungen am Markt zeigen einen enormen Bedarf an den oben genannten Produkten in den abgelegenen Dörfern und Provinzen, gleichzeitig eine hohe Akzeptanz unter der Bevölkerung. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, müssen professionelle Arbeit geleistet und dafür professionelle Facharbeiter ausgebildet werden.

Arbeitslosigkeit und Ungewissheit über die Zukunft nehmen in der Bevölkerung besonders in den Dörfern stetig zu. Zehntausende Uni-Absolventen und Hunderttausende von Abiturienten warten schon lange auf einen Job. Produktion gibt es kaum, die Nichtregierungsorganisationen (als lukrative Arbeitgeber) stellen auch keine neuen Mitarbeiter mehr ein; die Posten sind schon längst besetzt.

Dieses Vorhaben eröffnete neue Chancen der Einkommensgenerierung und produktiven Beschäftigung im Gewerbebereich. Ein ausgewogener Zugang zu Energie in der Region mindert die ethnischen und regionalen Konflikte.



Ziele:

  • Soziale, ökonomische und ökologische Aspekte harmonisieren
  • Perspektiven für eine nachhaltige Energieversorgung unterstützen
  • Zukunftsfähige Entwicklung fördern
  • 5 Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen und damit die langfristige Versorgung von 5 Familien sichern
  • Die dörfliche Solar-Elektrifizierung als einzig mögliche Chance zur ländlichen Ener-gieversorgung unterstützen


Die Zielgruppe:

Die Zielgruppen, die wir durch dieses Projekt erreichen können, sind nicht nur die auszubil-denden Jugendlichen, sondern auch private Haushalte, die in abgelegenen Dörfern liegen und kurz- bzw. mittelfristig keine Aussicht auf eine zentrale Stromversorgung haben, sowie Schulen, Waisenhäuser, Gesundheitsstationen (als Teil der sozialen Infrastruktur) und Kleinstgewerbebetriebe (produktive Nutzung). Es handelt sich daher vorrangig um ärmere Bevölkerungsschichten in ländlichen Gebieten, der Energiesektor kann hier einen Beitrag zur Armutsminderung und zur Dynamisierung der wirtschaftlichen Entwicklung leisten.

Ein direkter Bezug besteht zur ?Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen ? und Entlastung der Frauen von der schweren täglichen Arbeit im ländlichen Raum durch die Möglichkeit, elektrisch betriebene Haushaltsgeräte zu nutzen. So gewinnen sie Zeit, ihre Bil-dung zu verbessern und sich mehr in sozialen Belangen der Gesellschaft zu engagieren. Auf Haushaltsebene und in der sozialen Infrastruktur sind Frauen eine besonders wichtige Ziel-gruppe.







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