Zugang zu Bildung für Mädchen und Jungen der Klassen 1 bis3
Bau einer Grundschule in Bedmoschk
Hintergrund:
In Afghanistan besuchen nur etwa 3% der Mädchen auf dem Land eine Schule. Dies liegt u.a. auch daran, dass die Schulwege sehr weit sind, zu weit für Mädchen. Anders als Jungen dürfen sie ihre Dörfer nicht allein verlassen. So bleibt ihnen der Zugang zur Schule ausserhalb ihres unmittelbaren Umfelds weitgehend verwehrt.
Diese Situation ist auch in Bedmoschk und den umgebenden Dörfern anzutreffen: Die Jungen legen lange Schulwege in zwei weit entfernte Schulen zurück. Den Mädchen ist der Zugang zur Schule gar nicht möglich. Aus diesem Grund und vor dem Hintergrund, dass in dieser Region großer Wert auf gute Bildung gelegt wird, äußerten die Dorfältesten in Vorgesprächen den Wunsch, dass in Bedmoschk eine kleine Schule gebaut würde, in die die Kinder der Klassen eins bis drei gehen können. Ein entsprechendes Grundstück wurde von der Familie Achtari aus Bedmoschk zur Verfügung gestellt. Die Schule hat 5 Klassenräume, so dass man später weitere Klassen aufbauen kann. Die Schule wurde mit 2 Klassen angefangen und im Jahr 2006 wird bereits die 3. Klasse gegründet.
Eigenbeteiligung der Dorfbevölkerung:
Die Eigenbeteiligung der Bevölkerung ist ein essentieller Bestandteil des Projekts und sichert die nachhaltige Etablierung der Grundschule in der Region von Bedmoschk über die Projektlaufzeit hinaus ab. Konkret erfolgt die Eigenbeteiligung in folgender Form:
Die Dörfler haben das Grundstück und die Steine für den Bau der Grundschule bereitgestellt. Sie haben die Hubarbeit als eigene Leistung geleistet. Außerdem übernehmen sie die Grabearbeiten für die Anlage eines Brunnens. Es sind ca. 20 bis 25 Meter Tiefe notwendig, die durch einfache Bauarbeiten errreicht werden können. Zusätzliche Mittel sind für eine Handpumpe und den Brunnenabschluß aus dem Projektbudget ausgegeben
Aktueller Stand:
a) Schulgebäude
Der Rohbau des Schulgebäudes ist fertiggestellt. Das nötige Baumaterial wie Ziegelsteine, Zement, Sand etc. wurde sowohl aus Kabul als auch aus Ghazni beschafft (Die Preise sind sehr stark angestiegen).
Fünf Toiletten und die alles umgebende Mauer sind gebaut worden. Der Unterricht findet in der noch nicht ganz fertig gebauten Schule statt. Im Winter sind Schulferien, das neue Schuljahr beginnt im März. Die Schule ist fertig, Fenster und Türen sind zu 90% eingebaut, die Innenräume im Erdgeschoss sind verputzt. Wegen Wintereinbruch mussten die Bauarbeiten vorerst eingestellt werden. Nach der Winterpause werden die Bauarbeiten wieder aufgenommen.

im Vordergrund links das Schulgebäude,
rechts das Zentrum für Erneuerbare Energie (Januar 2006)

(April 06)
b) Unterricht
Es ist eine gemischte Mädchen-, Jungen-Schule. Nächstes Jahr soll die dritte Klasse gegründet werden.
Zur Zeit unterrichten zwei Lehrer, wobei Herr Same gleichzeitig als Schuldirektor arbeitet.
Die Anzahl der SchülerInnen nimmt immer zu. Momentan ist die Marke 100 überschritten.
Die Nebendörfer sind sehr beeindruckt. Aus Petawak (Nebendorf) kommt schon eine 5 köpfige Mädchen-Gruppe zur Schule.
Erstaunlicherweise sind in der zweiten Klasse nur 6 Jungs und der Rest alles Mädchen. Die Mädchen sind sehr begeistert weiterzumachen.
CARE International hat sich für diese Schule sehr interessiert und unterstützen die Schüler seit 6 Monaten mit Schulheften, Bleistiften, Tafeln und Büchern. CARE hat sogar Lehrerfortbildung angeboten.
Die Bevölkerung sieht dieses Schulprojekt sehr positiv .
c) Ausrüstung
Die Schüler sind jetzt mit Stühlen versorgt. Auf die Qualität der Stühle wurde besonders geachtet
100 Stühle mit einer breiten Lehne, worauf man schreiben kann, wurden hergestellt und nach Bedmoschk transportiert
Zwei Tafeln wurden von der Organisation Care International gespendet. Die Bücher konnten zum Teil besorgt werden.
Die Schule ist in Kooperation mit dem Verein Afghanischer Ingenieure in Deutschland (VAIT), mit der Deutsch Afghanischen Initiative (DAI) und der Friedens Initiative (FI) gebaut worden
Ausblick:
Ergänzend dazu wird eine Patenschaft zwischen der Grundschule Bedmoschk und einer deutschen Schule aufgebaut. Damit soll ein kultureller Austausch zwischen SchülerInnen beider Länder angeregt und außerdem für die dauerhafte Unterstützung der Grundschule Bedmoschk gesorgt werden.
Ein Computerkurs wird gewünscht. Im Winter ist schulfrei und dann könnte die Schule mit einem Computerkurs sinnvoll genutzt werden.
Im Frühjahr 2006 wird zum ersten Mal auch eine dritte Jahrgangsstufe unterrichtet.
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